Aserbaidschan: Verhöre nach Abstimmung
Die Behörden in Aserbaidschan haben jetzt mehrere Leute verhört, die im Mai 2009 beim Eurovision Song Contest für das Lied ihres Nachbarlandes Armenien gestimmt haben. Ihnen wurde vorgeworfen, wie die BBC berichtet, eine "Sicherheitsgefahr" zu seien sowie ein unpatriotisches Verhalten an den Tag gelegt zu haben.
Auf Nachfrage von eurovision.de kündigte die EBU an, die Vorwürfe zu prüfen, man wolle "Klarheit in die Sache bringen", erklärte Svante Stockselius, Generalsekretär des ESC. Ob es Sanktionen gegen Aserbaidschen geben wird, ließ er zunächst offen. Die Reference Group wird sich unter anderem mit diesem Fall auf ihrer nächsten Sitzung im September beschäftigen.
Meinungsfreiheit ist stark eingeschränkt
43 Aserbaidschaner haben für den armenischen Beitrag gestimmt. Die Namen der Leute sind den Behörden des Landes offenbar bekannt. Wieviel von ihnen auch verhört wurde, ist unklar. Warum sie jetzt, drei Monate nach dem ESC zu ihrem Abstimmungsverhalten befragt wurden, ist ebenso unklar. Bürgerrechtler beklagen immer wieder, dass die Meinungsfreiheit in Aserbaidschan stark eingeschränkt ist.
Zwischen Aserbaidschan und Armenien kam es Anfang der 90er Jahre zum Krieg um die entlegene Region Berg-Karabach, seitdem ist das Verhältnis zwischen den beiden Ländern stark angespannt. Beim Finale aus Moskau soll Aserbaidschan auch während des armenischen Vortrags Störsignale ausgesandt haben, so dass die Aserbaidschan den Song von Inga & Anush, "Jan Jan" nicht sehen und hören konnten. Inga & Anush landeten am Ende auf Platz zehn, ohne Punkt aus dem Nachbarland, Aserbaidschan, dritter des ESC 2009, erhielt aus Armenien einen Punkt.


